Der Philosophische SALON


Im Focus:

Große Denker des Abendlandes


Foto: Karl-Heinz Lewin 2015 Gortyn

Liebe Weisheitssucher,

Corona bringt auch weitere geplante Termine zu Fall.

Auf dem Weg in die Zukunft bleiben wir aber optimistisch, dass wir im Sommer wieder zusammen kommen können.

Und dass es uns mit Hilfe unserer herausragenden Referenten gelingt, die Weisheiten großer Denker, von der Antike bis heute, zu erfassen und – vielleicht – inmitten von Verunsicherung und Polarisierungstendenzen das Schöne, Gute und Wahre zu erfahren.


Achtung! Freitag, 5. November

um 19.00 Uhr im Kleinen Theater Haar

Referent: Prof. Dr. Dr. Matthias Beck

Braucht die Medizin die Philosophie?

Die aktuelle Corona-Krise zeigt, wie begrenzt die Möglichkeiten der Medizin sind und wie notwendig zugleich die Forschung ist. Dahinter steht als letzter Adressat immer der Mensch. Um ihn geht es. Und wer der Mensch ist, kann die Naturwissenschaft und die Medizin allein nicht vollständig bestimmen. Der Mensch ist ein Wesen des Geistes, und daher brauchen wir Geisteswissenschaften wie Philosophie und Theologie, um den Menschen in seiner Ganzheit zu erfassen. Von diesen Zusammenhängen zwischen Natur- und Geisteswissenschaften im Bezug auf den Menschen handelt der Vortrag.


Montag, 29. November

um 19.00 Uhr im Kleinen Theater Haar ist abgesagt

Referent: Dr. Walther Ziegler

Immanuel Kant – der Gigant unter den Philosophen

Kant gilt als der bedeutendste Philosoph aller Zeiten. Tatsächlich macht er im 18. Jahrhundert zwei Entdeckungen, die uns bis heute in Atem halten. Zum einem gelingt es ihm als erstem Philosophen, die uralte Menschheitsfrage zu beantworten, wie in unserem Gehirn Erkenntnisse zu Stande kommen. In seinem Hauptwerk, der „Kritik der reinen Vernunft“, stellte er die Frage: Was kann der Mensch überhaupt mit Sicherheit erkennen und was nicht? Seine Antwort revolutioniert die gesamte Wissenschaft und gilt bis heute. Zum anderen begründet er den weltweit gültigen „kategorischen Imperativ“ und verrät uns, wie wir in jeder Situation ethisch und moralisch einwandfrei handeln können und sollen. Hat er recht?


Montag, 31. Januar

um 19.00 Uhr im Kleinen Theater Haar

Sonderveranstaltung zusammen mit dem Kleinen Theater

Vortragende: Hannah Zitzmann, Dr. Andreas Belwe, Gitarrist: Reza Pezeshki

Talkshow mit Arthur Schopenhauer – Szenischer Dialog mit Livemusik

Arthur Schopenhauer wird in eine Talkshow eingeladen. Die Moderatorin stellt ihm Fragen zum menschlichen Dasein, die er ausschließlich mit Originalzitaten aus seinen Werken und Briefen beantwortet. Durch die Form des Dialogs wird Schopenhauer nicht nur zum Leben erweckt, sondern erscheint auch als aktueller Ratgeber mit seinen Ansichten zu Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft, Bildung und Lebensführung. – Musikalisch umrahmt und gestaltet wird das Gespräch mit spanischen Liedern zur Gitarre, gesungen von Hannah Zitzmann, die auch den Part der Moderatorin übernimmt.
Das Gespräch mit Schopenhauer erschien 2010 auch als Hörbuch.

Der Philosoph Dr. Andreas Belwe (Autor und Darsteller) hat die Form des szenischen Dialogs entwickelt, weil er davon überzeugt ist, dass erst durch den Dialog sich die Gedankenwelt eines Anderen erschließt. Er vertritt an der Fakultät für Design der Hochschule München die Lehrgebiete Fototheorie, Philosophie und Design, gesellschaftliche Transformation. In seiner akademischen Lehrtätigkeit hat sich Belwe zum Ziel gesetzt, Philosophie anschaulich und lebensnah zu vermitteln. Dieser Ansatz geht zurück auf seine Mitwirkung bei einem Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, in dem er von 2012 bis 2018 mit der Entwicklung von neuen didaktischen Modellen befasst war.

Hannah Zitzmann spielt die Moderatorin, ist Co-Autorin und übernimmt zudem in der Talkshow mit Arthur Schopenhauer die musikalische Umrahmung. Die ausgebildete Opernsängerin war am Nationaltheater Mannheim tätig, arbeitet freischaffend als Sängerin und ist seit 2017 Mitglied in dem von Belwe gegründeten Projekt philosophy meets jazz (www.philosophymeetsjazz.de).

Weiterer Mitwirkender des Abends ist der Gitarrist Reza Pezeshki. Die Aufritte des im Iran gebürtigen Künstlers leben von seinem vielseitigen Repertoire (Klassik, Flamenco und Jazz) und dem sensiblen Spiel, das er sich auch durch Meisterkurse bei namhaften Gitarristen wie Helmut Nieberle erworben hat. Reza Pezeshki ist zudem als Musikpädagoge tätig und war 2007-2009 Organisator des Gitarrenfestivals Regensburg (www.rezapezeshki.de).


Montag, 7. Februar

um 19.00 Uhr im Kleinen Theater Haar

Referent: Dr. Walther Ziegler

Hegel – der Entdecker des Weltgeistes

Bereits während seiner Studienzeit wurde Hegel mehrfach wegen zu exzessivem Kartenspiel und ebensolchem Rotweingenuss ermahnt. Er ist zweifellos einer der unkonventionellsten – heute würde man sagen – coolsten Denker überhaupt. Es wird gespottet, er hätte den Weltgeist im Suff entdeckt. Tatsächlich aber ist seine Welterklärung bis heute faszinierend und topaktuell. Hegel hat als erster Philosoph die Dimension des „Werdens“ in seiner ganzen Tragweite erkannt. Die Geschichte der Menschheit, die Abfolge der Epochen ist nichts anderes als die Entfaltung des Weltgeistes. Dabei folgt alles einem gewaltigen inneren Motor: Der Dialektik. Wie funktioniert sie? Wo endet die Geschichte? Sind wir nur Zuschauer oder Mitspieler? Was ist der Sinn des Lebens? Hegel eröffnet eine phantastische Perspektive auf die Dynamik unserer Existenz.


Montag, 14. März

um 19.00 Uhr im Kleinen Theater Haar

Referent: Helmut Dworzak

Von der marxistischen Kritik bis Google – sind wir Gefangene des Kapitalismus?

In seinem großem Werk „Auch eine Geschichte der Philosophie“ benennt Jürgen Habermas das Versagen der Nationalstaaten, vor allem bei dem fortschreitenden Klimawandel und einer halbwegs gerechten Einkommensverteilung, als Gefährdung ihrer demokratischen Legitimität.

Schon klassische Ökonomen wie Adam Smith hatten vor über 200 Jahren die Grundzüge des neuen Wirtschaftssystems dargestellt. Karl Marx analysierte es als erster in seiner Komplexität und schuf mit die Grundlagen für den Erfolg des Kapitalismus. Zugleich bestätigen sich viele seiner Thesen bezüglich der einschneidenden Folgen für uns und unser menschliches Miteinander. Auch wirtschaftlich folgten´auf Zeiten blühender Prosperität katastrophale weltweite Krisen, verursacht und begleitet von Wirtschaftstheorien, für die u.a. Namen wie John Maynard Keynes, Friedrich Hayek oder Milton Friedman stehen.
Der entfesselte Finanzkapitalismus der letzten Jahrzehnte bekommt mit der Digitalisierung eine neue Dimension, die uns zu einer grundlegenden Wertediskussion zwingt.

Der Referent Helmut Dworzak studierte Wirtschaftswissenschaften und Sozialgeografie, arbeitete als Gymnasiallehrer und hat auf kommunalpolitischer Ebene als Erster Bürgermeister der Gemeinde Haar über zwei Jahrzehnte Erfahrungen zwischen Theorie und Praxis gesammelt.


Montag, 2. Mai

um 19.00 Uhr im Kleinen Theater Haar

Referentin: Prof. Dr. Dr. Katharina Ceming

Meister Eckhart und die Gottesgeburt im Seelenfunken

Dass Gott Mensch geworden ist, ist eine der Grundlehren des Christentums. Meister Eckhart radikalisierte diesen Gedanken jedoch, indem er lehrte, dass diese Gottesgeburt nicht nur ein einmaliges Ereignis in Betlehem gewesen sei, sondern sie sich allzeit und an jedem Ort im Seelenfunken eines jeden einzelnen Menschen vollziehe. Was es braucht, damit sich diese Gottesgeburt vollziehen kann, soll unter anderem an diesem Abend thematisiert werden.


Alle Vorträge finden im Saal des Kleinen Theaters Haar statt. Sie dauern eine Stunde und münden in einen offenen Diskurs. Der Eintritt ist frei, jedoch wird um eine angemessene Spende (7 € bis 10 € pro Person) freundlichst gebeten.

Eine Kooperation des Kleinen Theaters Haar, Casinostraße 6, Haar und der Pfarrei St. Konrad, Haar mit Unterstützung des Kulturvereins Haar e.V.

Konzeption: Marianne Heidegger und Hannelore Furtner